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KW 23/24.2022                       Anzeigen:   +43/660/83 89 73 5       Printzeitung

32. Journalist in der Ukraine getötet, Donbass wird heldenhaft verteidigt!

LESELISTE:

Geschmacklos: Als „Söldner“ bezeichnet!

Nur 32 Jahre alt geworden

Französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt

Selenskyj: 32 Journalisten bereits getötet!

Markus Reisner und Michele Graduité*:

Lage im Donbass dramatisch

Aber was könnte noch eine Wende bringen?

Die angekündigten Waffenlieferungen bringen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Wende, so unsere Auslandsberichterstatterin

Wie funktionieren die Flugabwehrsysteme aus den USA und Deutschland?

 

 

UKRAINE. (km/mm) Nahe der heftig umkämpften Stadt Sjewjerodonezk ist am Montag ein französischer Journalist von einem Bombensplitter getötet worden. Er hatte eine Evakuierungsaktion begleitet. Der ukrainische Präsident Selenskyj sprach sein Beileid aus. Laut ihm sind bislang 32 Journalisten getötet worden. Unsere freie Auslandsbericht-erstatterin erlebte die Umstände des Mordes.

 

Geschmacklos: Als „Söldner“ bezeichnet!

 

Die Mutter des in der Ost-Ukraine getöteten französischen Journalisten Frédéric Leclerc-Imhoff hat russischen Behauptungen widersprochen, nach denen ihr Sohn ein Söldner gewesen sei. Der 32-Jährige habe aus dem Gebiet um die heftig umkämpfte Stadt Sjewjerodonezk nicht berichtet, sondern Waffen geliefert, hieß es vonseiten pro-russischer Separatisten. Die Mutter des Journalisten sagte gegenüber dem Sender BFMTV, für den er gearbeitet hatte, ihr Sohn sei „für Demokratie“ und für „freie, unparteiische, ehrliche Information“ im Einsatz gewesen – das seien „alles Begriffe“, von denen frau/man offenbar nichts verstehe bei den Verantwortlichen auf russischer Seite sowie bei der Nachrichtenagentur, welche die Behauptung verbreitet hatte. Sie hoffe, dass „eines Tages“ die Verantwortlichen für den Tod ihres Sohnes zur Rechenschaft gezogen würden.

 

Nur 32 Jahre alt geworden

 

Der TV-Journalist war am Montag bei Sjewjerodonezk in der Ostukraine ums Leben gekommen, als er eine humanitäre Evakuierung begleitete. Der 32 Jahre alte Reporter wurde von einem Bombensplitter getroffen, er soll in einem gepanzerten Fahrzeug unterwegs gewesen sein. Es war sein zweiter Einsatz in der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar.

 

Französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt

 

Wegen seines Todes hat die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen eingeleitet. Die Untersuchungen wurden am Montag unter anderem wegen vorsätzlichen Angriffs auf das Leben einer durch das Völkerrecht geschützten Person aufgenommen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ein Kollege, der mit Leclerc-Imhoff unterwegs war, wurde bei dem Angriff leicht verletzt, hieß es. Auch wegen dessen Verletzungen wurden Ermittlungen eingeleitet, wie AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft weiter berichtete. Seit Beginn des russischen Kriegs auf die Ukraine ermittelt die Behörde in mindestens fünf weiteren Fällen wegen Kriegsverbrechen gegen französische Staatsangehörige in der Ukraine.

 

Selenskyj: 32 Journalisten bereits getötet!

 

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs sind laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bislang 32 Medienschaffende getötet worden, darunter Leclerc-Imhoff, sagte Selenskyj am Montagabend in seiner Videoansprache. Vor etwas mehr als einem Monat habe er ebendiesem TV-Sender ein Interview gegeben, sagte Selenskyj weiter. Es sei sein erstes Interview mit französischen Medien während des Krieges gewesen. „Mein herzliches Beileid an die Kollegen und Angehörigen von Frédéric.“ Unsere freie Auslandsbericht-erstatterin Michele Graduité* wurde Zeugin des Mordes am französischen Kollegen.

 

Oberst Markus Reisner:

Lage im Donbass dramatisch

 

ÖSTERREICH/WELT/km/mg. Die Lage für die ukrainische Armee im Osten ist dramatisch, sagt der österreichische Top-Militärstratege Markus Reisner aus dem Verteidigungs-ministerium. Nur noch wenige Kilometer trennen die Russen von einer Kontrolle der Region. Drei Taktiken sind die Grundlage dieses Erfolgs – und ein schwerer Fehler des Westens. Die Kämpfe im Donbass konzentrieren sich seit Wochen auf einen 40 mal 40 Kilometer großen Kessel, dessen Eckpunkte die Städte Sjewjerodonezk, Sewersk, Popasna und Artemiwsk sind. Der Kessel ist nach Angaben von Markus Reisner bereits auf 20 Kilometer geschlossen, die Schlacht um Sjewjerodonezk dürfte nun entscheidend sein. Reisner ist Oberst im österreichischen Verteidigungsminis-terium und Leiter der Abteilung Forschung und militärische Strategie an der Theresianischen Militärakademie in Wien. „Wenn nicht noch etwas Einschneidendes passiert, werden die Russen es schaffen, den Kessel zu schließen“, sagte er WELT und somit auch der freien Journalistin Graduité*.

 

Aber was könnte noch eine Wende bringen?

 

Die Klitschko-Brüder brachten dies ein weiteres Mal auf den Punkt: Trotz aller Dankbarkeit an den Westen – vor allem an Deutschland – steht der Krieg für die Ukraine auf einer weiteren Kippe. Die Armee der russischen Föderation kontrolliert fast schon den ganzen Donbass und zirka 20% der Gesamtukraine.

 

Die angekündigten Waffenlieferungen bringen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Wende, so unsere Auslandsberichterstatterin

 

Die modernen Flugabwehrsysteme ISIS und IST können Putin derart zusetzen, dass er an den Verhandlungstisch gezwungen wird und nicht mehr die Bedingungen für einen Frieden stellen kann, sondern – ganz im Gegenteil – die Ukraine und der demokratische Westen, den die Ukraine mitverteidigt, so Graduité*. Unsere Auslandsberichterstattung unter der Führung von Michele Graduité* berichtet vom verzweifelten Kampf der Ukraine um letzte Reste des Donbass. „Wir Journalisten mussten feststellen, wie unser französischer Kollege „gefallen“ ist, so unsere Kollegin, die zum dritten Mal für ihren Hauptarbeitgeber und der kreativMedia ARGE an der ukrainischen Front ist.

 

Wie funktionieren die Flugabwehrsysteme aus den USA und Deutschland?

 

Bislang haben die Russen den entscheidenden Vorteil, dass ihre Raketeneinschläge von der Reichweite her nicht beschränkt sind. ISIS und IST sind bei der Flugabwehr deshalb so wichtig, weil diese Systeme sowohl vom Boden als auch von der Luft aus abgefeuert werden können. Sie sind computergesteuert und die Bedienung ist einfacher als die alten sowjetischen Systeme. Sicher ist, dass die russischen Systeme mit ISIS und IST von der Modernität nicht mithalten können, so Michele Graduité*. Allerdings haben die Vereinigten Staaten mit der Lieferung noch abgewartet, weil die Reichweite (die etwa bei 150 - 170 Kilometer liegt), einen Angriff der Ukraine auf russisches Staatsgebiet möglich gemacht hätten. Die Reichweite wurde jetzt auf 70 – 80 Kilometer beschränkt und die ukrainischen Streitkräfte mussten zusagen, russisches Staatsgebiet nicht damit anzugreifen. Bedauert wird von den ukrainischen Streitkräften die lange Lieferzeit der Abwehrsysteme, denn mit der Eroberung des Donbass wäre die Erfüllung des ersten Kriegsziels Putins Realität. Völlig gewonnen, wäre der Krieg allerdings noch lange nicht, auch der Donbass könnte mit den Waffensystemen zurückerobert werden.                         (Bild links oben: BMFTV)

 

Quelle: Öst. Verteidigungsministerium/WELT

und km/Michele Graduité*

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Die Links zum Kriegsgeschehen in der Ukraine seit Februar 2022