Immer noch kontrovers diskutiert, jedoch heute ein Fortschritt für die Frauen in der katholischen Kirche - der Roman „Sakrileg“

TEXT UND LESEMARKEN:

Gnosis

Sakrileg

Leonardo da (aus) Vinci

Namenszusatz „da Vinci“ 

Dan Brown

Seine berühmtesten literarischen Werke

Geschichte

Medien, Kunst und Literatur

Die Debatte um den „Da Vinci-Code Sakrileg“

Der Hauptinhalt von Dan Browns Roman

Die „Apostelin der Apostel“

Das Verhältnis der Geschlechter zueinander nach der Lehre Jesu

Die geschlechtliche Gleichberechtigung in der katholischen Hierarchie

Zur History: War Jesus nun Ehemann – und wenn – vielleicht mit hoher Wahrscheinlichkeit jener von Maria Magdalena, diese Verbindung könnte von Eifersucht geprägt gewesen sein

Eifersucht, weil Maria – wenn frau/man es so will – eine Apostelin war

All dies stammt aus der dialektischen Sichtweise des Gottessohnes, die mit vielem Althergebrachten „aufräumte“

Maria von Magdala

Ehe und Ehelosigkeit

Was sagt nun der vermeintliche „Da Vinci Code“ von Dan Brown?

Aus dem Bestseller „Sakrileg“ von Dan Brown

Zum Interview von SPIEGEL ONLINE

 

Dieser Beitrag befasst sich mit Religion, Kunst, Geschichte und Medien. Aus diesem Grund sind vorweg einige Begriffserklärungen notwendig:

 

Gnosis bezeichnet als religionswissenschaftlicher Begriff verschiedene religiöse Lehren und Gruppierungen des 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr., teils auch frühere Vorläufer.

 

Sakrileg: Vergehen gegen Heiliges, zum Beispiel die Entweihung heiligen Bodens oder Sachen durch Raub, Schändung oder auch Missbrauch, aber auch Angriffe gegen geweihte Personen.

 

Leonardo da (aus) Vinci: Ein hochintellektueller Schaffender vieler wissen-schaftlicher Disziplinen. Geboren wurde er am 15. April 1452 in Anchiano bei Vinci verstorben ist am 2.Mai 1519 auf Schloss Clos Lucé, Amboise. Als Kunstmaler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Natur-philosoph galt er als einer der berühmtesten Universalgelehrten aller bisherigen Zeiten.

 

Namenszusatz „da Vinci“ ist kein Familien-, sondern ein Herkunftname und bedeutet „aus Vinci“, jedoch wurde diese Herkunftsbezeichnung als Bestandteil seines Namens aufgefasst und von Leonardo da Vinci selbst in seinen Unterschriften („di Leonardo de Vinci“) verwendet. Der Geburtsort Vinci ist ein Kastell (befestigtes Hügeldorf) und liegt in der Nähe der italienischen Stadt Empoli (zirca 30 Kilometer westlich von Florenz) in der heutigen Toskana.

 

Dan Brown: Dan Brown unterrichtete Englisch, bevor er sich ganz seiner Tätigkeit als Schriftsteller widmete. Als ältestes von drei Kindern des Mathematikprofessors an der Phillips Exeter Academy und Autors eines bekannten Mathematik - Schullehrbuchs Richard G. Brown und der bekannten Kirchenmusikerin Constance Gerhard, wuchs er – so die Werbung in den Klappentexten seiner Bücher – in einem Umfeld auf, in dem Wissenschaft und Religion keine Gegensätze darstellten. Diese Kombination sei es auch, die den weltweiten Erfolg des Autors begründet habe.

 

Seine berühmtesten literarischen Werke

 

Illuminati, der erste in Deutschland veröffentlichte Roman von Dan Brown, gelangte innerhalb kürzester Zeit auf die vorderen Ränge der Bestsellerliste. Mit seinem in 35 Ländern erschienenem Buch The Da Vinci Code“ (dt.: Sakrileg) wurde er zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller aller Zeiten. Dan Brown war verheiratet und lebte mit seiner Ex-Frau Blythe Newlon, einer Kunsthistorikerin, in New Hampshire.

 

Geschichte: Als allgemeiner Begriff „Geschichte (Archäologie)“ ist ein Bericht, der nur dann als wahrhaft gilt, wenn er durch mindestens zwei voneinander unabhängigen, historischen Quellen stammt, die großteils übereinstimmen. Natürlich gibt es auch einseitige Berichte, die vermutet werden können, aber nicht unbedingt stimmen müssen.

 

Medien, Kunst und Literatur: Sind alle Quellen multimedial, zu der auch die Literatur als Kunstform zählt. Dabei sind – was den Beitrag betrifft - vor allem Fakten und Literaturgattungen wichtig, dazu zählen im Beitrag bewiesene Fakten (zwei voneinander unabhängige Quellen, die übereinstimmen), unbewiesene Fakten (seit Donald Trump neuestens „Fake News“ benannt oder Erfindungen nicht nur im negativen Sinn (beispielsweise ein ROMAN, DER AUCH BEIDES VEREINEN KANN) SOWIE DOKUS (wiederum als zwei voneinander unabhängige Quellen, die übereinstimmen).

 

Alois-Felix Mairoll

 

Die Debatte um den „Da Vinci-Code Sakrileg“

 

INTERNATIONALE LITERATUR. (km/afm) Ob es denn nun einen „Da Vinci-Code“ (Sakrileg) gegeben hat oder nicht, spielt meines Erachtens für gläubige Christen überhaupt keine Rolle, weil dieser nur etwas mit einer kirchlichen Institution – und das auch nur sehr beschränkt - zu tun hat. Es ändert nichts an der Lebens- und Glaubensphilosophie Jesu, ob er nun verheiratet war, oder nicht.

 

Der Hauptinhalt von Dan Browns Roman

 

Aber genau das ist auch nicht der Hauptinhalt des vermeintlichen, von Dan Brown in seinem Roman beschriebenen „Codices“, sondern das Zeugen einer Nachkommenschaft, die bis heute bestehen soll. Und vor allem die Suche nach dem heiligen Gral. Dan Brown verglich das viel umstrittene Bild da Vincis mit einem V nach der Anordnung der Sitzweise der Gefolgschaft Jesu beim Mal und dem fehlenden Kelch, der ja wirklich zu fehlen scheint. Das V in der Sitzweise zwischen Jesus und der von vorne links sitzenden Person (von Dan Brown als Maria und nicht Johannes „erkannt“) wird als feministisches Zeichen des Grals nicht als Trinkgefäß, sondern mit der Person Marias aus Magdala gezeichnet.

 

Die „Apostelin der Apostel“

 

Nach der Gnosis soll sie als die „Apostelin der Apostel“ von Jesus bezeichnet worden sein, somit wäre nicht Petrus die Person, welche Jesu Kirche zukünftig leiten sollte (das Papsttum - von Ernesto Cardenal zu seinen Lebzeiten als „Gestik“ bezeichnet), sondern Maria. Dies alles ist unbewiesen, weil die zweite, unabhängige Quelle fehlt! Nicht nur von der Gnosis, sondern auch von der antiken und späteren Geschichtsschreibung (den aufgefundenen Papyri) gilt als bewiesen, dass es mehrere Evangelien gab und zwar das Maria Magdalena Evangelium und – frau/man glaubt es kaum ein Judas Iscariot-Evangelium. Judas zählt zu den wichtigen Persönlichkeiten in der Jesus-Geschichte, denn sein Vorgehen war nicht nur Verrat, sondern unabdingbarer Bestandteil der Auferstehung, somit dem Sieg über den Tod. Dass er sich erhängt haben soll, ist unbewiesen, weil nur in der Gnosis beschrieben.

 

Das Verhältnis der Geschlechter zueinander nach der Lehre Jesu

 

Das Verhältnis der Geschlechter zueinander kann nach Jesu Gedankengut nur Gleichberechtigung bedeuten. Auch spielt es keine Rolle, ob das Gemälde Da Vincis neben Jesus eine Frau oder einen Mann beim letzten Abendmahl neben sich sitzen hatte oder nicht. Wichtig war seine Botschaft an die gesamte Menschheit. Sein Sklaventod war die Befreiung vom Tod an sich und an die sollten sich alle jederzeit erinnern.

 

Die geschlechtliche Gleichberechtigung in der katholischen Hierarchie

 

Vor der Wahl von Franziskus aus Argentinien zum Papst hatten Frauen in der katholischen Kirche mehr oder minder wenig zu melden (außer den Orden, Selig- und Heiligsprechungen) und so ist es auch der jetzige Papst, der die Rollen der Frau in der Kirche wesentlich stärkt und ihnen auch Ämter verleihen lässt (Diakonie etc.).

 

Zur History: War Jesus nun Ehemann – und wenn – vielleicht mit hoher Wahrscheinlichkeit jener von Maria Magdalena, diese Verbindung könnte von Eifersucht geprägt gewesen sein

 

Aus historischen Quellen (antiken Geschichtsschreibern, die keine Anhänger Jesu waren) ist davon weder positiv noch negativ etwas erwähnt. Aus biblischen, von der katholischen Kirche anerkannten Quellen, den Evangelien, in der Mehrheit schon, nämlich dass er nicht verheiratet war und keine Nachkommenschaft hatte, es sich jedoch Brüder von ihm in seiner Gefolgschaft befanden. Aber diese religiöse Berichterstattung kann auch von Eifersucht mit Maria aus Magdala geprägt sein.

 

Eifersucht, weil Maria – wenn frau/man es so will – eine Apostelin war

 

Wenn die Leserinnen und Leser der Bibel zwischen den Zeilen lesen – kann eine gewisse Eifersucht zwischen der männlichen Gefolgschaft Jesu und Maria zu erkennen sein, weil Jesus keinen Unterschied zwischen Frau und Mann machte, ja sogar Maria öfter vorzuziehen schien und sie auf den Mund geküsst haben soll (Evangelist Phillipus). Das Resumée daraus: Es folgt nicht zwangsweise eine Ehe der beiden, weil unbewiesen. Aber die Gnosis beweist in Papyri, dass es neben den anerkannten Evangelien noch weitere gegeben hat, die jedoch in das damalige und heutige Bild der katholischen Kirche nicht recht zu passen schienen und scheinen und bei der Bibelverfassung vernachlässigt wurden, beziehungsweise wurde sie dahingehend nicht erweitert.

 

All dies stammt aus der dialektischen Sichtweise des Gottessohnes, die mit vielem Althergebrachten „aufräumte“

 

Alle Anhänger und natürlich auch die Gegner taten sich sehr schwer, die dialektische Denkweise und die daraus entstehenden, neuen Ansichten („Siehe, ich mache alles neu“ und „Kein Stein wird auf dem anderen bleiben“ etc.) einzuordnen. Dazu gehörte auch die Handlung unter dem Titel: „Ihr habt das Haus meines Vaters zur Räuberhöhle gemacht“, die alles andere als gewaltlos war. Hier war der Punkt erreicht, an dem auch der hohe Priesterrat unter Kaiphas in Jesus eine Gefahr zu erkennen vermochte, denn sowohl König Herodes als auch der Priesterrat unter Kaiphas hatten es sich unter der römischen Herrschaft schon sehr schön eingerichtet, ein Messias (Befreier) war dort weniger erwünscht als im einfachen Volk, das die Last des Imperium Romanum abschütteln wollte. Es muss dabei aber auch erwähnt werden, dass das Imperium Romanum ihre kriegerische Beseitigung sehr zu verhindern wusste, die Chancen standen also ohnehin schlecht für das einfache Volk Judäas.

 

Maria von Magdala

 

Historisch bekannt (wieder aus zwei Quellen – der althebräischen und neuchristlichen Geschichtsschreibung) ist, dass Maria von Magdala (die Tochter eines reichen, jüdischen Großgrundbesitzers (Land Magdala) sich dem engeren Kreis Jesu angeschlossen hat und dass der Auferstandene ihr als erstes in Menschengestalt begegnete. Dieser weiter oben erwähnte, kritisierte Vorzug und die Eifersucht könnte unbewiesenermaßen auch davon stammen, dass Jesus einen „vermeintlichen“ (nicht bewiesenen) Ehebruch nicht verurteilte. „Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein…“. Auch nach altem hebräischen Brauch herrschte das Patriarchat vor und so wie die „Scharia“ im strengen Islam, stand auf Ehebruch die Steinigung der Frau, entgegen der islamischen Scharia aber auch die Bestrafung des männlichen Ehebrechers. Das ist wiederum historisch aus drei Quellen beweisbar (aus der antiken römischen Geschichtsschreibung, den katholisch anerkannten Evangelisten und dem islamischen Propheten). Von einem Evangelisten (Phillipus) wissen wir sogar, dass sie ihm die Füße mit ihren Tränen wusch und danach mit ihren eigenen Haaren trocknete.

 

Ehe und Ehelosigkeit

 

Aus den gleichen Quellen wissen wir, dass Jesus öfter von seiner schon zahlreichen Gefolgschaft als „Rabbi“ bezeichnet wurde. Nach althebräischem Brauch mussten Rabbiner (glaubenskundige Lehrer), um glaubhaft zu wirken, verheiratet sein. Je nachdem, wie Jesus nun eingestuft wurde, scheint sowohl die Ehe, aber auch ein Leben als Single möglich gewesen sein. Auch viele in seiner Gefolgschaft waren verehelicht, wieder andere Singles. Genau hier taucht aber auch wieder der „dialektische Jesus“ auf, wenn er sinnbildlich sagt, dass der, welcher ihm folgen will, alles andere hinter sich lassen muss, was der Nachfolge im Wege steht, denn sonst käme er nicht zu seinem Vater, wenn nicht durch ihn. Das wird auch von der katholischen Kirche bestätigt, die Jesus als „nicht angepasst“ beschreiben lässt, dies aber nur in diesen Punkten. (Siehe das unten angeführte Interview von Spiegel online).

 

Was sagt nun der vermeintliche „Da Vinci Code“ von Dan Brown?

 

Vorerst ist einmal die Person Da Vincis zu nennen, der viele Ansichten gerne für sich behielt, dagegen spricht nun einmal, dass er einen Code verwendet haben soll, der überliefert wurde. Er hatte seine ganz eigene Art, viele Künste anzuwenden und war sicherlich ein „Einstein“ oder „Hawkings“ seiner Zeit, die große Masse der Gesellschaft samt Kirche konnte kaum Schritt mit seiner Intelligenz halten. Außerdem hat er sicherlich den Brauch verwendet, seine Werke zu signieren. Da kann schnell ein Code vermutet werden. Auch das Drehen seiner Bilder zeigt oft andere Spiegelungen als die Direktansicht. Die Antwort zu obiger Frage lautet also, es gibt mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Aber es existiert ein offensichtlich diskutierter Code samt Inhalt, woher kam der?

 

Aus dem Bestseller „Sakrileg“ von Dan Brown

 

Im Bestseller „Sakrileg" schrieb Dan Brown, Jesus sei mit Maria Magdalena verheiratet gewesen und habe mit ihr Kinder gehabt. Ein Tabubruch für die katholische Kirche. Die Ansicht aus Rom: „Brown ist ein Verschwörungs-theoretiker!“ Dies allerdings war eine erstaunliche Reaktion, handelte es sich in erster Linie bei „Sakrileg“ nicht um einen Tatsachenbericht, sondern um einen höchst erstaunlich guten Roman, so wie „Illuminati“.

 

                                             Ein Bericht von Alois-Felix Mairoll,

                                                                     kreativMedia ARGE,                                                    14.08.2022, 16:50

                                                       Zum Interview von SPIEGEL ONLINE 2006 

Bild: Erzdioezese Wien