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Stadtgemeinde Braunau: Veranstaltungsabsagen, Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher: „Gesundheit der Bevölkerung hat Vorrang!“

GRÜNE Bezirk Braunau: Zum neuen Kollektivvertrag 2020

Braunau

Veranstaltungen der Stadtgemeinde Braunau abgesagt:  Gedenkstunde, Lesung, Tag des Sports

BRAUNAU. (StG/Wanka) Aufgrund der aktuellen Situation und der rechtlichen Vorgaben zur Eindäm-mung der Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) müssen derzeit zahl-reiche Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden. Davon sind auch einige von der Stadtgemeinde Braunau geplanten Veranstaltungen betroffen: Die für 15. Mai angesetzte Lesung von Andreas Gruber aus seinem neuen Buch „Todesmal“ muss leider entfallen, ebenso der für 21. Juni geplante „Tag des Sports“ am Stadtplatz. Auch die Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus kann heuer nicht stattfinden.

 

Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher: „Wichtig ist jetzt zuallererst: Bleiben Sie gesund!“

 

„Wir bedauern die Absagen, leider ist es in der aktuellen Situation aber nicht anders möglich“, erklärt Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher, „wichtig ist jetzt zu allererst: Bleiben Sie gesund!“

DIE GRÜNEN BEZIRK BRAUNAU: 

Neuer Kollektivvertrag 2020 - Mehr denn je: Höhere Löhne im Sozialbereich notwendig!

BEZIRK BRAUNAU: ( GRÜNE/es) Die Verhandlungen zwischen den Arbeitnehmervertretern und den Arbeitgebervertretern zum Kollek-tivvertrag für die Sozialwirtschaft haben sich auf ein Drei-Jahres-Paket geeinigt.

 

Im Jahr 2020 gibt es für die rund 125.000 Beschäftigten im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich ein Gehaltsplus von 2,7 Prozent für 2020, 2021 eine Erhöhung um 0,6 Prozent über der Inflationsrate. 500 Euro „Corona-Prämie“ für Personal im Pandemie–Einsatz.

 

Erwin Schleindl: (Bild oben links) „Die Löhne müssen um einiges höher sein, um der Leistung der KollegInnen im Sozialbereich gerecht zu werden.“

 

Bei den diesjährigen KV-Verhandlungen ist es aber auch gelungen, die Arbeitszeit ab dem Jahr 2022 von derzeit 38 Stunden auf 37 Stunden zu verkürzen. Leider ist das nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung! Eine zusätzliche Reduzierung der Arbeitszeit würde den Gesundheitsbereich und den Sozialbereich attraktiver und gesünder machen.

 

Die „Pflege“ ist Herausforderung durch die demographische Entwicklung auf Jahrzehnte


Auf Grund der demographischen Entwicklung ist die Pflege für die nächsten Jahrzehnte eine Herausforderung. Die Bevölkerung wird immer älter, dadurch werden in den nächsten 10 Jahren etwa 80.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt.

Schon jetzt fehlt aber Personal. Der Pflegebereich ist für viele nicht attraktiv. Die Arbeit ist physisch und psychisch belastend, die Einkommen sind nicht besonders hoch. Von den MitarbeiterInnen wird ein hohes Maß an Flexibilität verlangt.

 

Fallbeispiele Göteborg: Mehr Effizienz durch attraktivere Arbeitsbedingungen im Gesundheitsdienst:

 

2015 wurden in Göteborg zwei Jahre lang in einem städtischen Altersheim die Arbeitszeiten auf sechs Stunden pro Tag bei vollem Lohnausgleich reduziert. Was waren die Erkenntnisse nach 2 Jahren? Die Mitarbeiterinnen fühlten sich glücklicher und gesünder. So sank die Zahl der Krankenstände nach einem Jahr auf durchschnittlich 5,8% während der Schnitt vorher bei 12,1% lag. Das alles hatte wiederum positive Effekte auf die HeimbewohnerInnen.

 

Göteborg teste mit Erfolg

 

Das städtische Krankenhaus in Göteborg hat ebenfalls die 30-Stunden-Woche getestet – mit durchschlagendem Erfolg. Unattraktive Arbeitszeiten hatten zuvor Personalmangel und einen Leistungsabfall zur Folge. Mit der Arbeitszeitverkürzung konnten neue Mitarbeiter gewonnen, die Leistungen ausgebaut, und die Wartezeiten auf Operationen verkürzt werden.

 

Österreichische Entwicklung

 

Auch in Österreich wird es im Pflegebereich immer mehr Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu betreuen geben, auch der Druck auf das pflegende Personal wird enorm steigen und dessen Belastbarkeit an seine Grenzen stoßen. Erwin Schleindl fordert deshalb: „Die Arbeitszeit muss nicht nur auf 37 Stunden, sondern bei vollem Lohnausgleich auf 35 Stunden reduziert werden. Das würde die Attraktivität der Jobs massiv erhöhen und es gebe keinen Mangel an Personal mehr.“