RADIO: Harry Belafonte, frühe Anfänge und zweite Karriere in den 90-zigern mit „Calypso“ und die Vorliebe zu HipHopRap

Humanität und gerechter Sozialismus, Anti-Atomkraft und Ökologie nebst seiner Musik

„HB-Lebensauszüge“: Aus der Lebensgeschichte und höchstpersönlichen Erfahrungen:


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Politik und soziales Engagement

USA/INTERNATIONAL. (km/rm) HB (* 1. März 1927 als Harold George Bellanfanti Jr. in Harlem, New York City) ist ein US-amerikanischer Sänger, Schauspieler und Entertainer. Darüber hinaus ist er für sein politisches und soziales Engagement als Bürgerrechtler und UNICEF-Botschafter bekannt. Harry Belafonte wurde an der Seite seiner Freunde Martin Luther King sowie dem Bruder des ermordeten Präsidenten J. F. Kennedy, Mr. Robert F. Kennedy Bürger-rechtler und engagierte sich aus vollster Überzeugung gegen die weltweite Apartheid und den Vietnamkrieg. So unterstützte er in den 1950-ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Stiftung, die Afrikanern durch Stipendienvergabe ein Studium in den USA ermöglichte. Ein Stipendiat war auch der aus Kenia stammende Barack Obama senior, dessen Sohn Präsident der USA wurde. (Bild links oben: HB 2014, privat von Dipl. Des. Renée Mühringer).                       Ein Bericht der Herausgeberin


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BEST OF HB

Einsatz für humanitäre, pazifistische und ökologische Ziele sowie gegen die Atomkraft 

 

Mit dem Einsatz für die schwarze Bürgerrechtsbewegung, seinem humanitären Engagement und als Aktivist der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung machte sich Belafonte durch Auftritte in der ganzen Welt einen Namen. Er vertritt bis heute sozialistische und humanitäre Ideale. Belafonte trat auch auf Friedensdemonstrationen in Deutschland auf und setzte sich in der Zeit der griechischen Militärdiktatur für den verfolgten Komponisten Mikis Theo-dorakis ein. Jener wurde international mit seiner Mauthausenkantate bekannt. Ein Besuch im österreichischen Linz führte zu einem Eklat, weil ihm dort ein Gastwirt den Zutritt verweigerte, da er schwarze Hautfarbe hatte. Damals kämpfte HB schon gegen den Rassismus, Der Gastwirt musste in Folge seinen Betrieb schließen.. Es entlockt schon einem Lächeln, als der Gastwirt zu HB sagte: „Ja, wenn ich gewusst hätte...“.

 

Werbung für Kaffee als Spende für die Indianerbewegung

 

Das Geld, das er mit seiner Kaffeereklame verdiente, spendete er der Indianerbewegung, von seiner ersten verdienten Million baute er ein Krankenhaus für Arme. Seit 1987 ist er „Botschafter des Guten Willens der UNICEF“. 2016 unterstützte er im Vorwahlkampf die Kandidatur von Bernie Sanders bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten. Aus dieser Zeit stammt eine seiner Statements: „Die US-Amerikaner regen sich (zurecht vielleicht) gegen den Terrorismus auf. Dabei sind sie selbst die größten Terroristen, denkt frau/man an jene Dinge, die sie den Indianern angetan haben!“

 

Privates

 

Harry Belafonte hat zwei Kinder aus erster Ehe mit Adrienne Biesemeyer. In zweiter Ehe war Harry Belafonte mit der Tänzerin und Schauspielerin Julie Robinson-Belafonte verheiratet. Sie haben zwei Kinder: David Belafonte, der Gatte meiner Cousine Malena und Gina Belafonte. Seit April 2008 ist er in dritter Ehe mit Pamela Frank verheiratet. Im Januar 2010 überreichte Harry Belafonte seinem langjährigen Freund und Kollegen Joachim Fuchsberger die Goldene Kamera als Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

 

USA für Afrika

 

Zu Beginn der 1980er Jahre wandte sich Belafonte an Lionel Richie und Quincy Jones mit der Idee, eine Benefizsingle für die hungernde Bevölkerung in Afrika aufzunehmen. Daraus wurde das Projekt .USA for Africa“. In einer Session mit anderen bekannten Musikern entstand „We are the world“, das sich millionenfach verkaufte. 1988 nahm Belafonte nach langer Zeit wieder ein eigenes Album auf, Paradise in Gazankulu, und tourte in der Folge wieder regelmäßig.

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Die Renaissance mit „Calypso“

 

In den 1990ern erlebten Harry Belafonte und seine Musik eine Renaissance: Die junge Generation entdeckt den „King of Calypso“ für sich. So wurden die Konzerte Belafontes zum generationenübergreifenden Erlebnis. 2002 veröffentlichte Belafonte sein Lieblingsprojekt: „The Long Road to Freedom“. Er hatte bereits 1954 angefangen, Songs für seine Anthologie schwarzer Musik zu sammeln – Lieder, die den „langen Weg in die Freiheit“ jener Amerikaner nachvollziehen, „die einst als Gefangene aus Afrika gekommen waren“. Diese fünf CDs beginnen mit Kriegsgesang der westafrikanischen Aschanti aus dem 17. Jahrhundert, gehen über nigerianische Kinderlieder, frü-he Spiritualskreolische Chöre aus dem Mississippi-Delta, Arbeits-, Gefängnis- und Plantagenlieder, Blues und Gospel bis zu den Balladen der großen Städte.

 

Zur Musik der Gegenwart

 

Zur Musik von heute sagt Belafonte, dass er in ihr nicht viel entdecken könne, was ihm gefällt. Mit einer Ausnahme: der Rap-Kultur. Die von der unterprivilegierten schwarzen Jugend begründete Bewegung stellt für ihn eine der wichtigsten musikalischen Ausdrucksformen des 21. Jahrhunderts dar. „Die Hip-Hop-Kultur kommt aus der Bronx, aus den Armenvierteln. Musik und Texte protestierten gegen Unterdrückung, gegen Rassismus und dagegen, dass die Demokratie Amerikas nicht für alle Bürger gilt. Darum ging es am Anfang und damit wurde eine große amerikanische Folk-Tradition fortgeführt, die wir als ‚Musik des Volkes‘ bezeichnen. Die nur auf Profit und Geld bedachte Musikindustrie trat jedoch schnell auf den Plan, um diese neue Kultur zu vermarkten. Dadurch wurde ihr Inhalt korrumpiert. Sie bekam ein neues Gesicht, das von Gewalt und Materialismus geprägt war. Interessant ist, dass viele junge Leute, mit denen ich zu tun habe, jetzt diese Musik zu ihren ursprünglichen Wurzeln zurückholen wollen. Das macht mir viel Mut.“

Erstaunliche Karrieren sowohl politisch als auch musikalisch. Verstehen muss frau/man aber auch seine Songs wie beispielsweise „Banana-Joe“. Das so fröhliche Lied ist im Ursprung massive Krtik an der „Arbeitssklaverei“, somit dialektisch zu verstehen, wie so manch andere Kompositionen.

 

Dipl. Des. Renée Mühringer