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Eure Meinung bitte auf der Chronik unseres Social Mediums unter redaktion.afm@kreativmedia-arge.at

Anno domini 1773:

Das grausame Schicksal der Bauerntochter Eva Faschaunerin!

Anno Domini 1737: Eva Faschaunerin wurde als jüngste Tochter des Bergbauernehepaares Chris-tian Faschauner und Maria Huber am höchst-gelegenen Hof am Maltaberg, genannt Faschauner- oder Schauner-Hube, geboren. Eva Faschaunerin hatte eine ältere Schwester Maria. Am 7. Februar anno domini 1770 ehelichte sie den am 6. Juli 1741 geborenen Jakob Kary, genannt Hörlbauer, aus Untermalta. Dieser verstarb am 11. März unter seltsamen Umständen. Eva Kary wurde am 2. April anno domini 1770 in Haft genommen und am 16. Februar 1773 wegen Giftmordes zum Tod durch Enthauptung verurteilt. Sie stellte ein Gnadengesuch, welches aber abgelehnt wurde. Eva Kary starb am 9. November 1773 am Galgenbichl bei Gmünd, nachdem ihr eine Hand abgehackt und sie danach enthauptet wurde. Hinweis: Das Bild ist die Urfassung ähnlichen Titels.

 

Dieser Fall löste kulturell Bücher, Theaterstücke sowie TV-Sendungen und dergleichen aus. Darin gehen die juristischen Meinungen oft weit ausei-nander, sollte die Folter nicht einbezogen sein. Unser Bericht allerdings fußt auf den meisten Ansichten, stellt jedoch keinen Anspruch auf genaueste Übereinstimmung her. (AFM, 24.08.20, 15:41)

 

Ein historischer Bericht der kreativMedia ARGE- Chefredaktion

 

Zum Geschehen

 

Am Faschauner-Hof gab es keinen männlichen Nachfolger, daher stellte Chris-tian Faschauner seiner Tochter in Aussicht, dass sie den Hof mit einem Ehemann übernehmen könnte. Eva Faschaunerin hatte schon mehrere Brautwerbungen ausgeschlagen und wollte ledig bleiben. Zu Beginn des Jahres 1770 kamen wieder zwei Brautwerber des Jakob Kary auf den Faschauner-Hof. Diesmal wurde die Werbung nicht abgewiesen und bereits am darauffolgenden Tag trafen Eva Faschaunerin und ihr Vater bei Jakob Kary ein, um sich den Hof anzusehen. Der Hof galt als stark verschuldet. Daher war der Bauer auf eine vermögende Braut angewiesen. Als Eva Faschaunerin die Zustände bei Jakob Kary kennenlernte, soll sie schockiert gewesen sein. Trotzdem bestand sie auf der Heirat und bat ihren Vater, die Schulden ihres zukünftigen Ehemanns und die Kosten für die Hochzeit zu übernehmen. Diese Fakten sprachen den Indizien nach gegen eine Schuld der Eva Faschaunerin, denn warum sollte sie ihren begüterten Vater bitten, Schulden und Hochzeit zu finanzieren. Sie hätte auch diesmal den Brautwerber ausschlagen können. Bezüglich einer Übereinkunft des späteren Schwiegervaters und Schwiegersohnes ist nichts bekannt, obschon es ein umfangreiches Gerichtsprotokoll gibt.

 

Was eindeutig gegen eine Schuld sprach

 

Außerdem hätte Jakob Kary ja den Faschauner-Hof übernehmen können, der völlig unverschuldet ja gar als Vermögen galt. In der Folge wurde der Brautvater schwer in seiner Ehre gekränkt, weil Jakob Kary die Mitgift mittels seines eigenen Pferdegespanns am Hof der Eva abholte, dem geltendenden Recht nach, hätte er darum bitten und Nachbarn schicken müssen, diese abzuholen. Der Brautvater war schwer versöhnlich Kary gegenüber und traf sich oft mit seiner Tochter, bedauerte seine Hochzeitseinwilligung.

 

Der Tod des Jakob Kary und viel Gerede im Ort

 

Die Inquisition stand kurz vor ihrem Ende, bevor sie von Kaiserin Maria Theresia abgeschafft wurde und mit ihr auch die sogenannte „peinliche Befragung“, also die Folter. Der Fall Eva Faschaunerin kann  daher als eine der letzten „Hexenprozesse“ im Habsburgerreich betrachtet werden. Weil sich der Leichnam des kürzlich verstorbenen Kary während der Beerdigung bläulich verfärbte, kam bald das Gerede auf, die Faschaunerin hätte mit Gift nachgeholfen. Obschon es verboten war, hatte jeder Bauer eine kleine Menge an Arsenik im Hause, denn nach dem Motto: „Ein klein wenig macht rot, mehr dann tot“ wurde es beim Kalben verwendet. Da die Eva oft ihren Vater besuchte, verstärkte sich das Gerede, dass Vater und Tochter Komplizen gewesen sein könnten.

 

Und so kam, was kommen musste

 

Die Gerichtsbarkeit ging an den Kärntner Bannrichter und die Eva wurde vorerst zu den Umständen des Todes ihres Gatten befragt und so kam ein weiteres Indiz zutage, dass die Eva wiederum entlastet hätte, jedoch nicht beachtet wurde. Einige Tage vor dem Tod Karys lagen einige Mäuse unter dem kleinen Kästchen, in dem die verbotene Substanz lagerte. Die Mäuse hatten das Arsenik-Säckchen angeknabbert und so rieselte das Gift in zubereitete gefüllte Nudeln für den strengen Freitagsfasttag, ohne dass Eva dies bemerkt hatte und so servierte sie ihrem Gatten das Mittagessen. Einige Zeit nach dem Verzehr stellten sich bei Kary Unterleibskrämpfe ein, die nicht enden wollten bis er schließlich verstarb. Eva Faschaunerin hatte nichts zu gestehen, weil sie keine Kenntnis von den von Mäusen angeknabberten Arsenik-Beutels hatte. Dennoch saß sie bis zu ihrer Verurteilung in Haft und sah das erste Tageslicht erst wieder bei der Urteilsvollstreckung. Zuvor wurde sie in den Gefängniskeller nach Gmünd verbracht, ihre Folter wurde zweimal genehmigt.

 

Geständnis unter der Folter

 

Unter der Folter gestand sie die Tötung ihres Ehegatten, weil sie ihn loswerden habe wollen und er ihr Vermögen und das ihres Vaters verprasst und fast nicht gearbeitet hätte. Aus der Sicht der heutigen Rechtssprechung war dieses erpresste Geständnis völlig ungültig. Bevor man sie nach Gmünd brachte, hatte sie sich noch vor ihres Vaters Füße geworfen und ihn gebeten, sie nicht zu verlassen. Am 20. März anno domini 1773 um 9 Uhr wurde Eva Kary das Urteil verkündet. Nach der geltenden Gerichtsordnung war das eingangs erwähnte Urteil zu vollstrecken. Ein an die Kaiserin gerichtetes Begnadigungsersuchen hatte diese nie zu Gesicht bekommen, weil das übergeordnete Gericht eine Begnadigung ablehnte.

 

Die „Schreckung“ 

 

Zu jemer Zeit gab es juridisch auch eine sogenannte „Scheckung“ vor der ersten Folter. indem man den Deliquenten die Folterwerkzeuge und den Scharfrichter mit Maske noch vor der ersten Folter zeigte und viele gestanden. Jedoch nicht die Eva Faschaunerin, dies nur zur Erläuterung.

 

Schlussendlich wieder die schon obligate Einschätzung unserer LeserInnen und HörerInnen: Hat sich die Faschaunerin des Mordes schuldig gemacht und war vielleicht sogar der Vater Komplize? Oder war sie Opfer ihrer Ver-schwiegenheit als „Gegenerin des „Leitgredat`s und der Folter?“ Eure ausdrücklich erwünschte Meinung auf der Chronik unseres SOCIAL MEDIUMS: redaktion.afm@kreativmedia-arge.at

 

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