SPIEGELUNGEN DES WIDERSTANDES UND DER ZIVILCOURAGE wird laufend ergänzt 41

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Der Kommentar von Chefredakteur Alois-Felix Mairoll bezüglich Franz Jägerstätter (Netpublikation im November 1996) wurde durch unberechtigten Eingriff von Herrn Prof. Andreas Maislinger entfernt! 

In seiner Geburtsstadt:

Widerstand im Heimatgau des kriminellen Führers

 

Franz Jägerstätter – ein Antifaschist mit Zivilcourage aus dem Bezirk Braunau, dem „Heimatgau des Führers“

 

Als einer der ersten Braunauer Journalisten, welcher sich mit dem Thema „Jägerstätter“ intensiv auseinandergesetzt haben, möchte ich aus objektiver Sicht doch einiges klarstellen. Die katholische Kirche scheint – meiner Meinung nach – nicht in der Lage zu sein, einen dialektischen Mittelweg zu finden. Anfänglich schloss sie mit dem Braunauer Diktator ein Konkordat, welches den Priestern den Unterhalt sicherte, dies wohlbemerkt aus purem Eigennutz, um für diese Belange nicht das „zusammengeraubte“ Kapital aus dem zukünftig besetzten Europa verwenden zu müssen. Denn eines war den Nazis klar: Die Kirchen konnten sie nicht beseitigen, waren sie doch sowohl in der Monarchie, über die Weimarer Republik bis hin zur ersten Republik Österreich ein fest integrierter Bestandteil der Gesellschaft. Um dies alles nicht zu gefährden, schwieg sie zum Thema „Jägerstätter“, ja noch viel schlimmer: Sie wollte ihm den – ihrer Meinung nach – rechten Glauben vermitteln, indem er sich nicht über die Ansichten seines Geistlichen und Bischofs hinwegsetzen dürfe. In der Gegenwart tut frau/man sich doch schon wesentlich leichter, weil „ungefährlicher“ geworden und macht einen „Spagatsprung“, welches einen der bekanntesten Regimegegner aus unserer Heimat sogar zum „tadellosen Soldaten Jesu“ „modelliert“. Ich persönlich hatte die Ehre, seine Enkeltochter, welche ihn Braunau lebt, kennenlernen zu dürfen. Als ich ihr bei unserer ersten Begegnung vor über zehn Jahren diese „Ehre“ mitteilte, sagte sie verwundert: „Das hat auch noch keiner zu mir gesagt“! Und tatsächlich war es so, man musste sich damals noch hüten, dieses Thema positiv (in Jägerstätters Weise) in den Gastlokalen des Bezirkes anzuschneiden, um nicht jählings aus letzterem „hinauszufliegen“ und Lokalverbot zu erhalten. Um noch einmal zu den Nazis zurückzukehren: Diese „Gaunertruppe“ war alles andere als dumm, ihn als „Bibelforscher“ zu bezeichnen,  welche auch heute noch richtigerweise mit einer gewissen christlichen Vorsicht betrachtet werden, brachte ihnen postwendend die Zustimmung katholischer Kreise. Ein religiöser „Spinner“ war allemal noch besser, als sich mit dem kriminellen „Führer“ und seiner ebenso verbrecherischen Clique anzulegen. Franz Jägerstätter war ein ideologischer „Rebell“, welcher dem „Rebellen“ Jesus nachfolgte: „Kein Stein wird auf dem anderen bleiben“, heißt es da und von den „Trümmern des alten Testaments“ wird gesprochen und geschrieben. Der Rebell war nicht nur den pharisäischen Theologen des damaligen, jüdischen Glaubens (mit dem heutigen und dem des Dritten Reiches nicht vergleichbar) ein Dorn im Auge, sondern auch den Reichen und Mächtigen jener Zeit: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ hieß nichts anderes, als dass dem Kaiser nichts mehr blieb, weil dem Schöpfer (welcher nichts verlangt, weil im Vordergrund die Freiheit steht, sich für ihn oder gegen ihn zu entscheiden) alles zusteht und für den Kaiser nichts mehr übrigbleibt. Und so wurde Jesus auch ein Rebell gegen den römischen Staat: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in das Reich Gottes eingeht!“ Nach dem römischen Strafrecht erlitt er auch genau die rechtliche Sanktion, welche gegen Rebellen angewandt wurde – die Kreuzigung, sein „Nachfolgerebell“ die Enthauptung im Dritten Reich. Rebellen wird die Eigenschaft eines Soldaten in Abrede gestellt, denn: Des einen Terrorist ist des anderen Freiheitsheld! Aus dieser Sichtweise steht Franz Jägerstätter in einer Reihe mit Graf Schenk von Stauffenberg, der „weißen Rose“ und Oskar Schindler, um nur einige zu nennen. Ihre Gemeinsamkeit war die Zivilcourage.

 

Alois-Felix Mairoll im November 2013

 

 

 

Der  Kommentar  des Lokalspiegel-Chefredakteurs: JÄGERSTÄTTER - WO LIEGT DAS PROBLEM?   erregt  allgemeinen  UNMUT  und   wird auch im Internet veröffentlicht. Siehe oben zur widerrechtlichen Entfernung!

 

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Die weiße Rose - Widerstand gegen die kapitalistische Diktatur der Nazis

Nach bisher unveröffentlichten Originalprotokollen erzählt diese Neuverfilmung das tragische Ende der oben genannten Widerstandsbewegung deutscher Studenten. Im Februar 1943 werden Sophie Scholl und ihr Bruder Hans bei einer Flugblattverteilung in der Münchner Universität von der GESTAPO verhaftet. Es folgen lange und nervenaufreibende Verhöre durch den Vernehmungsbeamten Robert Mohr. Zunächst kämpft Sophie noch um ihre Freiheit und die ihres Bruders. Als aber die Beweislage immer erdrückender wird, stellt sie sich durch ein Geständnis schützend vor die anderen Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer. Und schwört ihren Überzeugungen auch dann nicht ab, als sie dadurch ihr Leben hätte retten können. Sophie Scholl, ihr Bruder Hans und ihr gemeinsamer Freund und Mitkämpfer Christoph Probst wurden am 22. Februar durch den kriminellen Vorsitzenden Richter des Volksgerichtshofes Roland Freisler wegen landesverräterischen Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Noch am selben Tag starben sie im Strafgefängnis München – Stadelheim durch das Fallbeil…

 

Auszüge und Ergänzungen:

Sophie Scholl - Die letzten Tage - Trailer

Freiheit muss täglich neu errungen werden und wird nicht ohne Zutun verschenkt. Sie bedeutet auch vor allem jene des Andersdenkenen. Jede Diktatur, sei sie von rechts, links oder religiös-fundamentalistisch ist ein Verbrechen an der Menschlichkeit.

 

Sophie Scholl - Die letzten Tage - Ganzer deutscher Film

 

Wider das Vergessen

 

 

 

 

Niedergang einer linken Diktatur - der Mauerfall 1989

 

Festival der Freiheit: MM. Westernhagen 2005

 

http://www.youtube.com/watch?v=hTgrHaR2pOI&feature=related

 
Hitler, das rechte Kapital und sein zufälliger Geburtsort
 
„Die Vorsehung Gottes hat es so gewollt, dass mir gerade Braunau, das kleine Städtchen am Inn, als Geburtsort bestimmt wurde...“ (Aus „Mein Kampf").

 

Wir BraunauerInnen haben kein Problem mit seiner Geburtsstadt, eher die anderen mit Braunau am Inn, obschon er nur drei Jahre seines Lebens hier verbrachte. Wir stehen zu unserer Geschichte und arbeiten sie positiv auf. Dennoch kann jedermann/frau das Geburtshaus besichtigen und sich seine eigene Meinung bilden. Wo steht es? Genau dort, wo der

Mahnstein aus Mauthausen davorsteht.

Wir laden unvoreingenommen zur äußeren Besichtigung und zur Teilnahme an unseren alljährlich stattfindenden

ZEITGESCHICHTETAGEN

dies ist unser Beitrag zur einer positiven Aufarbeitung der Vergangenheit. Damit einher ergeht auch ein Aufruf aus Braunau am Inn an die Weltenbewohner:

 

NIE WIEDER FASCHISMUS, NIE WIEDER KRIEG -

FÜR FRIEDEN, FREIHEIT UND DEMOKRATIE

MILLIONEN TOTE MAHNEN!